Dem OL auf der Spur

6. Juni 2010

Auch in diesem Jahr kristallisierte sich der Monat Mai wieder als einer der OL-Monate des Jahres heraus. Viele unterschiedliche OL-Gebiete zwischen Ostsee und Mittelmeer galt es zu erkunden. Fast ausnahmslos schöne und anspruchsvolle Läufe wurden absolviert.

Zum Auftakt stand die sächsische Schweiz auf dem Programm. Bei einem mehrtägigen Trainingslager rund um das Örtchen Papstdorf wurden dazu unter anderem die Karten vom Weltcup-Finale 2004 herausgekramt. Egal ob Tag- oder Nacht-OL, Sprint, Mittel-  oder Langdistanz. Die Wettkampfformen waren zahlreich. Genauso wie die weiteren Aktivitäten, die rund um die Einzel- und den Mannschaftsorientierungslauf in der sächsischen Schweiz absolviert wurden. Orientierungstechnisch sind die Felsen und steilen Hänge der sächsischen Schweiz immer wieder eine Herausforderung. Es galt einmal mehr das alte Motto möglichst keine Fehler zu machen, um unnötige Höhenmeter zu vermeiden.

Der 30. internationale Ostsee-OL auf Usedom eine Woche später stellte da ganz andere Anforderungen an die Läufer. Zwar war auch hier eine sehr gute Technik im sehr bewegten Relief des Endoränengebietes notwendig. Allerdings war der Wald oft relativ gut zu belaufen - das Tempo musste permanent hoch gehalten werden. Vor allem physisch eine große Herausforderung sich immer wieder die kleineren und größen Anstiege hinaufzukämpfen und dann über das Relief die einzelnen Posten exakt anzulaufen. Ein Sprint in Heringsdorf sorgte zusätzlich für Begeisterung. Auch diese Auflage war wieder die weite Anreise wert.

Auf dem Plan im Mai stand auch ein Sprint in Dresden, der im Rahmen der Dresdner Sprintserie veranstaltet wurde. Dieser fand in Dresden Hellerau statt. Kurz gesagt ein interessanter Sprint mit einer großen Anzahl von Teilnehmern. Unmittelbar danach sollte eine Sprint-Kartenaufnahme folgen. Der historische Dorfanger von Kötzschenbroda wurde innerhalb von 2 Tagen für eine Geburtstagsfeier kartiert. Die zahlreichen Gäste in den umliegenden Cafe's und Kneipen schauten am Tag des "Ein-Mann-Sprints" recht verdutzt. Von Seiten der Betreiber der Gaststätten gab es für die ausgewählten Postenstandorte ausschließlich Zuspruch und ein leichtes Grinsen.

Es bestand außerdem mal wieder der Wunsch die Spuren von Ötzi aufzunehmen. Dazu ging es ins Ötztal. Nach einem mehr oder weniger sehr intensiven Nacht-OL auf einer Karte in der Nähe vom Ötztalbahnhof vor längerer Zeit, sollte ein Tag-OL nochmal für mehr Klarheit sorgen. Das Fazit ist eindeutig. Es gibt auch in Österreich OL-Karten, bei denen sogar wandern noch zu schnell ist, um die Karte wirklich korrekt aufzulösen. Eine so detailreiche Karte ist mir nicht einmal aus Skandinavien oder Tschechien bekannt. Selbst im Maßstab 1:5000 ging es im Mittelteil der Bahn teilweise nur sehr bedächtig voran. Der Spaßfaktor beim erfolgreichen Postenfinden war dafür maximal. Das skandinavisch anmutende Gelände auch eine Augenweide.