Die Zeit

14. November 2025

Laut Wikipedia ist die Zeit eine physikalische Größe, welche eine eindeutige, nicht umkehrbare Richtung hat. Nun hat die Zeit für jeden Menschen eine ganz unterschiedliche Bedeutung. Manche haben sehr viel davon oder nehmen sich diese. Bei anderen gibt es stets eine akute Zeitnot. Schaut man sich dort bestimmte Entwicklungen an, dann versuchen aktuell offensichtlich vermehrt Entscheidungsträger die Zeit zurückzudrehen.

In Bezug auf den Sport gesehen kann ich das beim Faktor Zeit ganz einfach benennen. Als Orientierungssportfreak hatte ich (nach 10 Jahren gemeinsamer Verantwortlichkeit im Bereich Öffentlichkeitsarbeit auf nationaler Ebene mit anschließender Corona-Pause und Veränderungen in der gesamten Szene) versucht, im Deutschen Orientierungssport-Verband meinen Weg und meine Vision weiter voranzubringen. Da dort im Rahmen der Führungsebene dann relativ schnell klar war, dass dort kaum Schnittmengen zu meinen Visionen bestanden, war für mich nach einem Jahr Schluss. Zumindest nach außen befindet sich der Verband seit geraumer Zeit im Selbstfindungsmodus. Da dort Zeit aber immer relativ ist, werden nun offensichtlich erstmal die Mitgilieder befragt, was denn so die Strategie für die Zukunft sein sollte, bevor dann 2026 eine Neuwahl oder der Abgesang ansteht. Da diese Herangehensweise nicht so meine Art ist, wurden in den vergangenen Jahren viele Ansätze als Sonnenland-Projekte umgesetzt. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Die Teilnehmerzahlen im Orientierungssport in Deutschland zeigen in der Summe stetig nach unten. Zeit hat man aber offensichtlich genügend.

Eine ganz andere Definition von Zeit kann ich aktuell in vielen Bereichen der Politik erkennen, sowohl in Deutschland als auch in einigen meiner großen „Lieblingsländer“. Wenn man als Kind ein Freund von Simulationen wie Civilization ist bzw. war, dann hat man schon frühzeitig gelernt wie das mit den Entwicklungsstufen von der Frühzeit über das Industriezeitalter bis zur Zukunft war. Grob zusammengefasst war in den Städten irgendwann alles so weit entwickelt, dass es nur noch darum ging möglichst wenig Verschmutzungen zu erzeugen oder die Energieerzeugung so umweltverträglich wie möglich zu gestalten. Da das vor mehr als 30 Jahren nicht nur ein paar Spieleentwickler, sondern auch ein paar Wissenschaftler und weitere schlaue Leute wussten, ging die letzten Jahrzehnte in vielen Ländern der ökologische Umbau stetig voran, so dass auf den Energiesektor bezogen beispielsweise der Energiepreis für erneuerbare Energien günstiger als die Stromerzeugung mit Kohle oder anderen fossilen Energieträgern ist. Wenn man dann noch die Subventionen abzieht und die Folgekosten dazurechnen würde, wäre das Thema sowie durch und beispielsweise Atomstrom würde gar keiner mehr beachten – Grüße gehen in diesem Zusammenhang beispielsweise raus nach Greifswald, wo das Kernkraftwerk 1990 stillgelegt wurde und der Rückbau wahrscheinlich so zwischen 2040 bis 2060 abgeschlossen werden soll.

Da die vorhergehende deutsche Regierung zwar ambitionierte Ziele hatte aber in der Umsetzung regelmäßig geballte Inkompetenz vermittelte, haben wir nun einen Bundeskanzler, der offensichtlich versucht die Zeit zurückzudrehen. Ob dort das abgewandelte Motto wie bei den Turnern besteht – statt Turne bis zur Urne ggf. Regiere bis zur Komplettzerstörung der Umwelt – ist mir noch nicht ganz klar. Wirtschaftlich macht vieles davon in jedem Fall absolut gar keinen Sinn.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass nicht die kleinen Leute unten das entscheidende Zünglein an der Waage sind, sondern die oberen Zehntausend, die das gesamte System hier gerade gehörig an die Wand fahren. Viele davon werden vermutlich die Konsequenzen nicht mehr erleben. In jedem Fall lohnt es sich aber ab und zu darüber nachzudenken, dass Zeit aktuell in vielerlei Hinsicht ein sehr wichtiger Faktor für alle ist.